Industrie 4.0 ist ja nun in Aller Munde. Es gibt Vorträge, man liest fast täglich in Zeitungen, Fachjournalen und Internetartikel darüber. Auch Medien und Regierung reden über die Veränderung der Arbeitswelt, über Digitalisierung, über … 4.0.

Im Prinzip gibt es nur ein Wort: Industrie 4.0. Das 4.0 bezieht sich alleine auf die technologische Stufe der Industrie. Während noch zentralgesteuerte Roboter und Arbeitsplattformen die Industrie 3.0 kennzeichneten, sind jetzt die vernetzten, untereinander kommunizierenden Einheiten eine Voraussetzung der nächsten Industrialisierungsstufe. Durch den technologischen Fortschritt, dem “Internet der Dinge” (IoT), wo grundsätzlich eine Kommunikation der Arbeitsstationen untereinander, oder der Werkstücke/Materialien mit den Arbeitsstationen selbst stattfinden kann, verändert sich die Arbeitswelt und die Anforderung an uns Menschen. Natürlich möchten die Möglichkeiten dieses Fortschrittes auch in anderen Bereichen Fuß fassen (wie zum Beispiel in der Pflege) oder auch ganz simpel zu Hause (der klassische Kühlschrank, der meldet, dass ihm die Milch ausgeht).

Darauf müssen die Menschen vorbereitet werden. Somit ist man beim Schlagwort “Bildung 4.0“.

Was aber ebenso wichtig ist und ohne das die Industrie 4.0 nur “suboptimal” funktionieren würde, ist die Logistik 4.0. Diese sorgt dafür, dass die richtigen Materialien zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind – und zwar innerbetrieblich (zum Beispiel bei der Bestückung der Produktionsanlagen), als auch außerbetrieblich. Hier ist eine enge Verknüpfung der Beschaffungs- und Auftragssysteme mit den Systemen der Lieferanten und Transportunternehmen sowie mit Lagersystemen usw., Voraussetzung.

Das funktioniert heute mittels zentraler (und vom Produktionssystem entkoppelter) Mechanismen, wie über Supply Chain Management Abteilungen/Systemen. Supply Chain Management errechnet einen Bedarf, schickt einen Auftrag zu einem Lieferanten und dieser befriedigt diesen Auftrag in dem er die Ware zu seinem Bestimmungsort schickt. Für jeden Schritt gibt es ein System, eventuell Schnittstellen und Menschen, die steuern. Mit Industrie 4.0 UND Logistik 4.0 sprechen die Dinge (oder auch Objekte) miteinander. Somit würde der oben skizzierte Fall eventuell wie folgend beschrieben aussehen:

Man stelle sich vor, der Behälter, der an einer Arbeitsstation das Material für die Produktion bereit hält, sagt automatisch “in 60 Minuten muss ich ausgewechselt werden, da sonst die Arbeitsstation steht” (solch ein Behälter wurde z.B. vom Fraunhoferinstitut entwickelt und nennt sich “InBin“). Dies sagt der Behälter direkt dem vernetzen SCM-Systems, welches diese Anforderung sofort an das System des Versorgers weitergibt, der dann wiederum automatisiert den benötigten Frachtraum bestellt und dafür sorgt, dass das richtige Teil zum richtigen Ort in der richtigen Zeit geliefert wird. Ein autonom fahrendes Transportsystem sorgt dann für die Aufnahme der Materialien und der zeitgerechten Ablieferung am Bestimmungsort (in diesem Falle halt die Arbeitsstation in einer Produktion).

Der beschrieben Zustand ist natürlich sehr vereinfacht dargestellt, trifft aber den Nagel auf den Kopf. Der Behälter selbst entscheidet über den Auffüllauftrag und managed alleine mit den vernetzten Systemen den reibungslosen Produktionsablauf. Da ist kein Mensch mehr zwischen. Innerhalb geschlossener Produktionseinheiten funktioniert das heute schon. Wir brauchen uns nun nur die Erweiterung dieser Anwendung auf die komplette Wertschöpfungskette vorzustellen.

Darüber hinaus lässt sich der skizzierte Fall beliebig ausweiten: Bleiben wir bei unserem berühmten “telefonierenden” Kühlschrank. Heutige Systeme sagen nur bescheid, dass ein Produkt zu neige geht.

Was aber, wenn der Kühlschrank zum einen ermittelt, wieviel Milch in einer gewissen Zeit verzehrt wird, adäquat neu bestellt, ein (automatischer/fahrerloser) Lieferservice die bestellte Mich in eine am Haus angebrachte Aufnahme legt und damit immer genügend (und nicht zu viel) Milch im Hause ist? Wir würden noch nicht einmal mitbekommen, dass etwas neu bestellt/aufgefüllt wurde. Zudem hätte der Kühlschrank auch noch unser Geld ausgegeben – ohne dass wir es wüssten.

Zukunftsmusik? Heutige Gebäude sind noch nicht in der Lage, über Versorgungszugänge ein solches Szenario abzubilden – technisch ist das jedoch kein Problem mehr. Und seien wir doch einmal ehrlich: wer liebt nicht, zumindest einige  der heute schon verfügbaren Smart-Home Funktionen? Sei es das Licht, die Heizung, Rollläden – oder auch Alexa (siehe Amazon). Eine Künstliche Intelligenz (KI) wertet Sprachbefehle aus und liefert das gewünschte Ergebnis. Und wenn ich mit meinem Fingerabdruck die Haustür öffne, weiß Alexa dass ich müde bin und dimmt das Licht und beschallt mich mit beruhigender Musik. Alles möglich!

Nun, sehr schwarz gemalt – für den Einen – für den Anderen mag das genau die Erfüllung seines Traumes sein. 

Wir sind der Meinung, dass der Mensch selbst entscheiden sollte, inwieweit eine mögliche Technik auch angewendet wird. Es muss nicht alles, was möglich ist, auch eingesetzt werden – oder überall eingesetzt werden. Diese Diskussion führt die Gesellschaft und wir von der SPD tragen dem Rechnung, in dem wir informieren und Spezialisten zu Wort kommen lassen, die fortlaufend über die Entwicklung aufklären können.

Damit die Menschen, vor Allem die kommenden Generationen mit diesen Herausforderungen umgehen können und auch die richtigen Entscheidungen treffen können, machen wir, die SPD, uns Stark für die Bildung 4.o – nicht nur ein Synonym der heutigen industriellen Entwicklungsstufe sondern grundsätzlich ein fortlaufender Überprüfungsprozess, der Bildung, Bedürfnisse der Menschen und Entwicklung in Einklang bringen soll.

Es ist wichtig, die Chancen neuer Technologien zu nutzen und dabei die Konsequenzen und die Risiken im Auge zu behalten!

Nutzen Sie die Angebote, sich zu informieren. Gerne hören wir von Ihnen. Am besten mit unserm Kontaktformular.

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