Roboter-Hand

Wir steuern in Deutschland auf einen  Pflegenotstand zu. Immer mehr Menschen werden immer älter. Das ist auf der einen Seite sehr erfreulich. Auf der anderen Seite stellt es unsere Gesellschaft, speziell im Bereich der Altenpflege, vor neue Herausforderungen. Diese wird dadurch erhöht, dass immer weniger junge Menschen den Beruf der Altenpflege ergreifen und Menschen, die diesen Beruf ausüben, wegen schlechter Arbeitsbedingungen vorzeitig aufhören. Auf diesen drohenden Pflegenotstand gilt es rechtzeitig Antworten zu finden.

RoboterPflegeroboter sollen den drohenden Pflegenotstand verhindern.

Bis jetzt gibt es nur wenige neue Technologien, die den Weg in die Praxis geschafft haben und zurzeit erprobt werden:

  • Videotelefonroboter zur Kommunikation und Überwachung
  • Transportroboter zur Bereitstellung von Pflegeutensilien
  • Hilferoboter zur Unterstützung beim Bewegen von Personen und Essen
  • Spieleroboter, mit denen man Memory spielen kann, die Musik abspielen können, die zum Tanzen auffordern

In Japan ist der Roboter Paro schon weit verbreitet in der Altenpflege. Dieser Roboter ähnelt einem Robbenbaby. Wird Paro gestreichelt oder angesprochen, reagiert er mit Tönen, Bewegungen und verschiedenen Gesichtsausdrücken. Paro soll Demenzkranke gesprächiger und offener machen.

Dass Roboter Pflegekräfte bei der täglichen Arbeit unterstützen und ihnen körperlich schwierige Tätigkeiten abnehmen, dagegen wird keiner etwas haben. Die Vorstellungen von einigen Vertretern aus Technik und Wirtschaft gehen jedoch schon weiter.

Roboter sollen Pflegekräfte nicht nur unterstützen, sondern sie ersetzen!?!

Es stellen sich viele Fragen: Wollen wir Roboter haben, die Pflegekräfte ersetzen können? Eine menschenwürdige Pflege ohne menschliche Zuwendung scheint unvorstellbar. Wird der Pflegenotstand uns irgendwann dazu zwingen? Wird die solidarische Pflege für unser System ohne Roboter irgendwann unbezahlbar?

RobbeDas Beispiel mit dem Robbenbaby zeigt eine moralische Problematik: Ist der Umgang eines dementen Menschen mit so einer „Robbe“ pflegerisch wünschenswert oder ist es ein respektloses lächerlich machen eines alten hilfsbedürftigen Menschen?

Chancen und Risiken gehen Hand in Hand. Der Grad zwischen einer Technik, die dem Menschen hilft und einer Technik, die ihn entwürdigt ist schmal.

Die Gestaltung guter Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Eine öffentliche Debatte über die Zukunft der Pflege ist notwendig. In der nächsten Mitgliederversammlung wird sich der SPD Distrikt-Pulheim-Mitte diesem Thema widmen – Gäste sind erwünscht!

(Joachim Karkuth)

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