Wenn das Schulgebäude völlig marode ist, muss es ja nicht digitalisiert werden, oder?

Zumindest könnte man auf die Idee kommen, dass sich das CDU und Grüne in Pulheim denken. Anders lässt sich kaum erklären, dass das so genannte „IT-Konzept“ für alle Pulheimer Schulen seit 2014 – also inzwischen seit fünf Jahren – erarbeitet wird. Oder halt auch nicht, es kommt schließlich nicht so recht voran. Das bisherige, immer noch gültige, ist übrigens inzwischen etwa 15 bis 20 Jahre alt. Wer glaubt, dass das im Jahr 2019 noch etwas taugt, darf sich gerne bei uns melden. Damals waren Tageslichtprojektoren Stand der Technik und das Internet bestimmte unseren Alltag nicht mal ansatzweise so stark wie heute. Dass da etwas Neues hermuss, liegt auf der Hand. Umso frustrierender, dass sämtliche Anfragen im Stadtrat und im Bildungsausschuss dazu seit Monaten immer wieder mit „es ist auf einem guten Weg“ beantwortet werden. Wohin mag dieser Weg wohl führen? Und wann erreicht er irgendein Ziel?

Tageslichtprojektor

Besonders ärgerlich ist das Ganze nicht nur, weil die Schulen so halt technisch irgendwo im letzten Jahrzehnt oder gar Jahrhundert stehengeblieben sind. Sondern auch, weil nun neue Gefahr droht: Die SPD hat in der Bundesregierung den so genannten „DigitalPakt“ durchgesetzt. Allein nach Pulheim fließen darüber mehr als 1,7 Millionen Euro, um die Schulen mit moderner Computer-Hardware auszurüsten und so für die kommenden Jahre fit zu machen. Theoretisch. Praktisch brauchen wir dafür nämlich – oh Wunder! – ein IT-Konzept. Und zwar schnell, sehr schnell! Drücken wir also bitte alle gemeinsam die Daumen, dass das jetzt doch endlich mal was wird.

Falls ja, stellen wir dann schicke Computer und Tablets in Schulen, die völlig marode sind. Allein am Pulheimer Schulzentrum, das die Marion-Dönhoff-Realschule und das Geschwister-Scholl-Gymnasium beherbergt, besteht ein Sanierungsstau in Höhe von mindestens 35 bis 40 Millionen Euro – Tendenz steigend. Weil diese Schulgebäude seit Jahrzehnten vergammeln. 2012 wurde vom Stadtrat einstimmig eine so genannte „Machbarkeitsstudie“ beschlossen und von Lehrer*innen, Eltern und Schüler*innen in mühevoller Arbeit zusammen mit Bau-Fachleuten ausgearbeitet. Damit sie dann nicht etwa umgesetzt, sondern vom Stadtrat versenkt wurde. Es war der CDU, den Grünen und unserem Bürgermeister Frank Keppeler schlicht zu teuer. Was man übrigens vorher schon hätte wissen können, aber wohl vor der letzten Kommunalwahl nicht zugeben wollte.

Im September steht die nächste Kommunalwahl an. Für das Pulheimer Schulzentrum wurde wieder einiges versprochen. Umgesetzt bis heute nichts, wenn man mal von neuen Fenstern für die Realschule absieht; die allerdings das Land NRW bezahlt hat. Grüße an Hannelore Kraft und ihre inzwischen abgewählte Landesregierung, die hatte dafür ein paar Millionen locker gemacht.

Gute Schule 2020

Im aktuellen Haushalt der Stadt stehen seit Januar 2019 mehrere Millionen für Planungskosten bereit. Bis heute nahm dafür niemand einen Stift in die Hand und hat auch mal wirklich konkret angefangen, irgendwas zu planen. Wann es soweit ist? Das kann die Stadtratsmehrheit leider genauso wenig sagen wie der Bürgermeister. Erstmal konzentriert man sich offenbar darauf, von Ihnen, den Bürger*innen wiedergewählt zu werden. Solange vergammeln die Schulen in Pulheim weiter. Schade, oder!?

– Torsten Rekewitz –

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